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Vom Verfahrenstechnik-Studenten zum Geschäftsführer

Interview mit Wolfram Gstrein aus der Prozess-Industrie

Von Tim Lamkemeyer

 

 

In seinem Podcast ROCKETENGINEERS spricht Lennard Hermann alle 2 Wochen mit erfahrenen Ingenieuren, Führungskräften oder Beratern über die wichtigsten Learnings auf ihrem Berufsweg. Lennard hat an der RWTH Aachen mit einem Zwischenstopp in Kanada Maschinenbau studiert und arbeitet aktuell als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Fertigungstechnik.

Diese Woche erfährst Du von Wolfram Gstrein, welche Kriterien für ihn bei der Einstellung von neuen Führungskräften zählen, ob sich Führungsseminare und -coachings für Dich lohnen und wie Du vorgehen kannst, wenn Du zwar im Unternehmen bleiben willst, es aber im Moment keine Stelle für Dich gibt, in der Du Dich weiterentwickeln kannst. Wolfram hat an der TU Graz Verfahrenstechnik mit der Vertiefung Prozessingenieurwesen studiert. Inzwischen arbeitet er als Geschäftsführer der VTU Engineering Deutschland GmbH und plant gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Anlagen für die Prozess-Industrie, insbesondere für die Branchen Pharma, Biotechnologie, Chemie, Metallurgie, Erdöl und Erdgas.




Wolfram Gstrein


Experten-Tipp: Um schnell an der Spitze zu sein, musst du bereits im Studium Vollgas geben

ROCKETENGINEERS: “Wenn es um Führungspositionen geht, stehen oft Ingenieure in unterschiedlichen Altersstufen zur Wahl: Der eine ist vielleicht 30, der andere 45. Spielt das Alter dabei für Dich eine Rolle? Wenn ich mit jungen Leuten spreche, die gerade von der Hochschule kommen, habe ich nämlich oft das Gefühl, dass sie Angst haben, dass sie nicht direkt Führungsaufgaben übernehmen können. Sie haben die Befürchtung, dass sie einfach zu jung sind.”

Wolfram Gstrein: “Das Alter ist für mich zweitrangig – die Erfahrung, die dahinter steckt, ist wesentlich. Das heißt: Wenn einer z.B. schnell studiert, Auslandserfahrung und Führungserfahrung hat, weil er etwa direkt ins kalte Wasser geworfen wurde und dann noch einen schnellen Progress in seiner persönlichen Führungsentwicklung gemacht hat, dann kann er auch mit 30 eine ähnliche Erfahrung aufweisen wie ein anderer mit 45.

Also ich würde das nicht am Alter direkt festmachen, sondern an der Erfahrung, die man mitbringen muss für eine Führungsposition und auch an der Akzeptanz durch die geführten Mitarbeiter. Aber es ist auch so, dass in der Regel die Erfahrungsjahre – also die Zeit und nicht nur die Intensität in dieser Zeit – eine Rolle spielt.”

So setzt Du es um

Nach der Uni 3-4 Jahre in der Produktion, Konstruktion oder Entwicklung arbeiten und anschließend erst zum Projekt- und dann zum Teamleiter aufsteigen. So sieht für viele Ingenieur-Absolventen der optimale Karriereweg aus. In der Realität ist es aber oft anders: Gerade in großen Unternehmen hast Du jede Menge Konkurrenz um die zur Verfügung stehenden Führungspositionen und als Berufsanfänger häufig das Nachsehen, wenn Du Dich mit erfahreneren Mitarbeitern messen musst.

Mit der richtigen Vorbereitung, die schon im Studium beginnt, kannst Du aber schon den Grundstein für Deine spätere Führungskarriere legen. Denn in den meisten Fällen bekommen Deine Kollegen die Teamleiterstelle nämlich nicht wegen ihres höheren Alters – sondern eben weil sie mehr Erfahrung mit den Produktionstechniken, Werkstoffen oder weiterverarbeitenden Unternehmen haben als Du.

Und an genau dieser Stelle kannst Du ansetzen: Während des Studiums lohnt es sich für Dich nicht nur finanziell, wenn Du einen Studentenjob annimmst. Als angehender Maschinenbauingenieur lernst Du dabei etwa hands on, wie CNC-Drehmaschinen im alltäglichen Einsatz funktionieren oder kannst als Bauingenieur praktische Erfahrung in der Konstruktion mit CAD-Programmen sammeln. Wenn Du hier besonders gute Arbeitsergebnisse erzielst, kannst Du im nächsten Schritt vielleicht schon erste Führungserfahrungen sammeln, etwa als Koordinator der anderen Werkstudenten.

Gepaart mit Auslandserfahrungen, z.B. durch Praktika, hast Du mit den Skills, die Du bereits während des Studiums gesammelt hast, einen großen Vorteil gegenüber anderen Ingenieuren in Deinem Alter. Auch wenn Du nach Deinem Abschluss nicht von dem Unternehmen übernommen wirst, in dem Du als Student gearbeitet hast, wird Dir durch das Arbeitszeugnis die wichtige Praxis- und Führungserfahrung bescheinigt und Du hast die Möglichkeit, direkt höher einzusteigen, als Uni-Absolventen, die sich ausschließlich mit ihren Büchern beschäftigt haben.

Wenn Du dann nach ein paar Jahren im Job Deine erste Führungsposition einnimmst, bist Du natürlich noch etwas unsicher und nicht von Tag 1 an der perfekte Vorgesetzte. Mit den folgenden Tipps schaffst Du es aber schnell, Deine Führungspersönlichkeit zu stärken und gemeinsam mit Deinem Team Erfolge zu feiern:

  • Nimm Dir jede Woche Zeit, um zu reflektieren: Was hast Du gut gemacht? Wo bist Du an Deine Grenzen gekommen? Und warum hast Du in der jeweiligen Situation wie reagiert?
  • Mach Dir klar, wo Deine Stärken und Schwächen liegen. In einer Führungsposition hast Du nämlich die Möglichkeit, Aufgaben an Deine Mitarbeiter zu delegieren, die in diesen Bereichen besser sind als Du. So wird das gesamte Team erfolgreich – und das wird dann natürlich wieder Dir als Führungskraft zugeschrieben.
  • Überleg Dir, welche Schritte nötig sind, um Dein Ziel zu erreichen und eine produktive Arbeitsumgebung zu schaffen. Setz Dir dabei am besten kleinere Zwischenziele, etwa bei Besprechungen weniger emotional zu reagieren oder einem Kollegen ganz bewusst positives Feedback zu geben.
  • Bau Dir ein Netzwerk auf und analysiere, welche Personen Dich in Deiner Entwicklung weiterbringen können. Wichtig dabei ist aber: Überzeuge sie mit Deinen Leistungen und Deiner Persönlichkeit – Einschmeichler oder Personen mit zu ausgeprägter Ellenbogenmentalität empfehlen sich nämlich nicht als Führungskräfte.

Das ganze Interview im Podcast anhören

Inzwischen gehört es für die meisten Ingenieure dazu, während der beruflichen Laufbahn immer mal wieder den Arbeitgeber zu wechseln. Bei Wolfram Gstrein war es anders: Er hat sich in seinem Unternehmen hochgearbeitet, Entwicklungschancen erhalten und genutzt und schaut nun auf fast 27 erfolgreiche Jahre bei VTU zurück. In Folge 51 im ROCKETENGINEERS Podcast erklärt er Dir, wie Du es schaffst, Deine Vorgesetzten auf Dich und Deine Leistungen aufmerksam zu machen, wonach er entscheidet, wer die nächste Führungsposition bekommt und was für ihn einen guten Ingenieur ausmacht.

Darum geht's in Folge #51:
  • 01:30 – Wolfram Gstrein stellt sich vor
  • 08:45 – Nach welchen Kriterien entscheidet er, wer zur neuen Führungskraft wird?
  • 12:55 – Spielt das Alter bei der Besetzung von Führungsaufgaben eine Rolle?
  • 14:20 – Können Führungsseminare und -coachings jungen Ingenieuren auf dem Weg zur Führungsposition helfen?
  • 18:55 – Wie schafft man es, seinen Vorgesetzten auf die eigenen Leistungen aufmerksam zu machen?
  • 23:50 – Was macht einen guten Ingenieur aus?
  • 29:30 – Wie geht man am besten vor, wenn im eigenen Unternehmen gerade keine Führungsposition zur Verfügung steht?
  • 31:30 – Welches Buch kann Wolfram Gstrein empfehlen?

    Gesamtlänge der Folge: 35:45 Min

Quelle Titelbild: VTU Engineering Deutschland GmbH

 

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