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Vom Natural Science-Studenten zum Innovator in der Energiewirtschaft

Interview mit Dr. Simon Engelke, Gründer der Battery Associates

Von Tim Lamkemeyer

 

 

In seinem Podcast ROCKETENGINEERS spricht Lennard Hermann alle 2 Wochen mit erfahrenen Ingenieur:innen, Führungskräften oder Berater:innen über die wichtigsten Learnings auf ihrem Berufsweg. Lennard hat an der RWTH Aachen mit einem Zwischenstopp in Kanada Maschinenbau studiert und arbeitet aktuell als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Fertigungstechnik.

Diese Woche erfährst Du von Dr. Simon Engelke, wie Du es schaffst, Deine Leidenschaft im Beruf ausleben zu können, wie sich der Arbeitsmarkt im Bereich Batterietechnologie in Zukunft entwickeln wird und wie sich Deutschland hier im internationalen Vergleich positioniert. Simon hat zuerst an der Universität Maastricht Natural Sciences studiert und anschließend in Cambridge seinen Doktor in Ingenieurwissenschaften zu Lithium-Ionen Batterien gemacht. Inzwischen ist er Gründer und Vorsitzender von Battery Associates und entwickelt gemeinsam mit seinem Team Batterie-Innovationen.





Dr. Simon Engelke


Experten-Tipp: Mit Weiterbildungen und gezieltem Netzwerken kannst Du fehlende Vertiefungen im Studium ausgleichen

ROCKETENGINEERS: “Unser Vorteil in Deutschland ist ja nicht, dass wir besonders viele Rohstoffe haben oder dass wir besonders groß sind. Als Rohstoff haben wir ja eigentlich nur Kohle. Unser Vorteil ist eher, dass wir Fachwissen haben, die Leute, die die Expertise haben. Und das wird jetzt mehr und mehr versucht, auch im Batteriebereich aufzubauen. Was wäre denn Dein Vorschlag, wie jemand vorgehen sollte, der eigentlich in einem anderen Bereich tätig ist – CAD-Design oder Werkzeugmaschinenbau – und jetzt doch in die Elektromobilität rein möchte? Würdest Du Dich eher auf offene Stellen bewerben oder nochmal von vorne anfangen und das von Anfang an lernen?”

Dr. Simon Engelke: “Da gibt es tatsächlich beide Wege und manchmal kann man sie auch vereinen. Wir bekommen z.B. auch sehr viele Anfragen von Unternehmen zu dem Thema, weil die merken, dass es da noch nicht genug Leute gibt und sie müsse ihre eigenen Leute erst mal aufrüsten auf dem Themengebiet. [...]

Wir sehen jetzt Leute, die in dem Bereich einsteigen – aber es ist natürlich schwer, wenn man in dem Bereich jetzt gar keine Vorbildung hat: Wenn Unternehmen jetzt z.B. sehr spezifische Profile suchen, dann suchen sie genau die. Aber ich glaube, dass die eigene Initiative – wie so oft – schon ungemein hilft. Wenn das Unternehmen sehen kann, dass da eine Person ist, die sich schon aktiv weitergebildet hat, dann kann das schon sehr viel bringen.

Das habe ich auch selber bei meinen ganzen Stellen gemerkt, dass man Leute anrufen oder anschreiben sollte um ihnen zu zeigen, dass es ein Thema ist, in das man sich schon reingearbeitet hat und dass man es nicht nur einmal in der Zeitung gelesen hat. Das ist natürlich weniger glaubwürdig als zu sagen: ‘Ich habe das einfach mal recherchiert’. Da kann man Kurse machen, z.B. von der Europäischen Union usw., sich mit Experten austauschen oder Personen auf LinkedIn anschreiben. Das ist sowieso eine gute Quelle, um mal zu schauen: Welche Leute haben ähnliche Qualifikationen wie ich und wo sind die dann gelandet? Und Gespräche mit diesen Leuten können immer sehr viel bringen.”

So setzt Du es um

Du hast Dich für Dein Ingenieurstudium oder Deinen Job entschieden, weil Du von Stahlbetonbauten, Verbrennungsmotoren oder der Funktechnik fasziniert bist. Im Laufe Deiner Karriere wird es aber passieren, dass bestimmte Technologien durch andere ersetzt werden. Und auch wenn dieser Prozess meist langsam abläuft, ist es für Dich sinnvoll, wenn Du die Augen immer nach neuen Innovationen offen hältst. Der Wandel vom Verbrennungsmotor hin zur E-Mobilität ist ein prototypisches Beispiel für die Wechselwirkung von ingenieurtechnischen Entwicklungen, dem globalen Wettbewerb und gesellschaftlichen Bedürfnissen:

  • Auf der einen Seite gibt es immer striktere Regularien und Umweltauflagen, an die sich die Hersteller von klassischen Antriebstechniken halten müssen.
  • Auf der anderen Seite denken immer mehr potenzielle Kunden umweltbewusst und werden zusätzlich z.B. durch Kaufprämien des Staates zum Kauf von E-Autos animiert, um global in der Automobilentwicklung nicht den Anschluss zu verlieren.

So waren etwa 2011 in Deutschland nur rund 2.300 Elektroautos zugelassen. Im April 2021 waren es dagegen schon – Elektroautos und Plug-In-Hybrid-Pkw zusammengerechnet – fast eine Million. Langfristig können wir also davon ausgehen, dass der Verbrennungsmotor ein Auslaufmodell ist. So verfolgt die EU beispielsweise Pläne, neue Verbrennungsmotoren ab 2035 zu verbieten und bis 2050 klimaneutral zu werden. Aber auch wenn Du Dich als Maschinenbauingenieur oder Fahrzeugtechnikingenieur:in auf diese Antriebstechnik spezialisiert hast oder weiterhin darauf fokussieren möchtest, musst Du nicht direkt das Studium schmeißen. Es wird noch einige Jahre bzw. Jahrzehnte dauern, bis die E-Mobilität die Verbrenner komplett verdrängen wird.

Trotzdem kann es für Dich schon jetzt sinnvoll sein, wenn Du hin und wieder durch Fachmagazine blätterst oder auf Messen, bei Weiterbildungen zu innovativen und zukunftsweisenden Techniken oder in sozialen Business-Netzwerken mit anderen Ingenieur:innen Kontakt aufnimmst, um über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu bleiben. Durch geteilte Artikel oder Dokumentationen erfährst Du so z.B. etwas darüber, welche aktuellen Entwicklungen es in Deinem Fachbereich gibt und welche neuen Technologien das Potential haben, disruptiv zu wirken und Dein Spezialgebiet in Zukunft umzukrempeln.

Der Kontakt mit anderen Ingenieur:innen mit ähnlichen Qualifikationen bringt Dich aber nicht nur fachlich weiter, sondern kann Dir auch zeigen, welche Karrieremöglichkeiten Du hast:

  • Am Lebenslauf erfahrener Ingenieur:innen kannst Du etwa ablesen, an welchen Stationen, in welchen Positionen und mit welchen Technologien sie bisher gearbeitet haben. Von ihrer langjährigen Erfahrung kannst Du z.B. profitieren, wenn Du vor dem Sprung zum Teamlead oder zur Abteilungsleiterin stehst und Dir unsicher bist, ob Du noch eine Marketing-Schulung machen solltest oder ob Dir ein MBA wirklich weiterhilft.
  • Wenn Du Dich auch mit anderen Young Professionals aus Deinem Fachbereich oder Deiner Branche vernetzt, bleibst Du immer über ihre aktuelle berufliche Entwicklung oder Jobwechsel auf dem Laufenden und kannst auf diese Weise ganz neue Arbeitgeber für Dich identifizieren, die an genau Deinen Skills interessiert sind. Als wichtiges Plus kannst Du über diese "Insider" erfahren, wie der Unternehmenswechsel geklappt hat, wie die neuen Kolleg:innen ticken oder worauf Du bei Deiner Bewerbung besonders achten solltest. Außerdem können sie Dich im Idealfall sogar bei ihrem Arbeitgeber für eine noch gar nicht öffentlich ausgeschriebene Position empfehlen – und Dir so einen entscheidenden Vorteil verschaffen, wenn Dein Studium nicht zu 100 % zum ausgeschriebenen Profil passt. Wenn Du noch kein umfassendes Netzwerk aufgebaut oder Interesse an einem Arbeitgeber hast, bei dem noch keiner Deiner Kontakte arbeitet, haben wir übrigens in unserem Magazin auch viele spannende Erfahrungsberichte von jungen Ingenieur:innen für Dich.

Dein professionelles Netzwerk zu pflegen und Stück für Stück zu erweitern, lohnt sich, denn es hilft Dir dabei, Deine Karriere zu beschleunigen. Deine Kontakte haben Dich als potenzielle Kolleg:in auf dem Schirm und können Dich in ihrem Unternehmen als potenzielle neue Mitarbeiter:in ins Spiel bringen. Du bleibst durch Dein Netzwerk aber auch immer auf dem neuesten technischen Stand, lernst die Arbeitgeber Deiner Kontakte abseits ihrer Karriereseiten persönlich kennenlernen und wirst durch interessante Jobwechsel immer wieder auf Unternehmen aus anderen Branchen aufmerksam, die Du bisher vielleicht noch gar nicht als Arbeitgeber für Deinen Fachbereich auf dem Schirm hattest.

Das ganze Interview im Podcast anhören

Dr. Simon Engelke hat im Laufe seiner Karriere von der Impfstoff- bis zur Batterieentwicklung viel ausprobiert. In Folge 71 im ROCKETENGINEERS Podcast erzählt er Dir, wie er seine wirkliche Leidenschaft gefunden hat, gibt Dir Tipps, wie auch Du den Sprung in die Elektrobranche schaffen kannst und erzählt, wie sich Ingenieure in sozialen Organisationen engagieren können.

Darum geht’s in Folge #71:
  • 01:15 – Dr. Simon Engelke stellt sich vor
  • 02:15 – Was ist Battery Associates?
  • 04:00 – Wie laufen Aktivitäten in Organisationen ab?
  • 06.30 – Wie findet man seine Leidenschaft und wie kann man diese im Beruf ausleben?
  • 12:15 – Wie wird sich der Arbeitsmarkt im Bereich Batterietechnologie entwickeln?
  • 19:00 – Wie steht Deutschland im internationalen Vergleich bei den Batterien da?
  • 22:30 – Wie kann man vorgehen, um auch in die Elektrobranche zu kommen?
  • 27:00 – Was hätte ihm schon früher weitergeholfen, wenn er es bereits gewusst hätte?

    Gesamtlänge der Folge: 30:30 Min
 

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