Unternehmen suchen nach Dir. LASS DICH JETZT FINDEN!
 

Die Baubranche boomt: Deine Chancen am Arbeitsmarkt

Reihenhaus oder Autobahn: Als Bauingenieur errichtest Du die Zukunft

Von Tim Lamkemeyer

 

 

Die Nachfrage ist riesig, das Angebot ist klein: Wer in Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München eine zentrale und bezahlbare Wohnung sucht, hat schlechte Karten. Da immer mehr Menschen vom Land in die Stadt ziehen möchten, fehlen bundesweit derzeit rund 2 Millionen Wohnungen. Mit dem Bau neuer Hochhäuser ist es aber nicht getan – auch die Infrastruktur muss diesem Trend angepasst werden. Im Bauingenieurwesen gibt es also in den kommenden Jahren jede Menge für Dich zu tun.

Wie sehen die Job-Perspektiven aus?

Nach den letzten schon sehr erfolgreichen Jahren, wächst die Branche weiter: Das gesamte Baugewerbe hat zwischen April 2018 und April 2019 ein Umsatzwachstum von 12,5 % und ein Beschäftigtenwachstum von 2,4 % erlebt. Es wurde also deutlich mehr in die Baubranche investiert als im Vorjahr, während die Anzahl der Beschäftigten nur leicht gestiegen ist. Alle Teilbereiche der Branche konnten von diesem Wachstum profitieren. Der größte Gewinner in diesem Zeitraum ist mit einem Umsatz-Plus von 22 % der Leitungstief- und Kläranlagenbau. In diesem Bereich wurden mit 4,6 % mehr Mitarbeitern auch überdurchschnittlich viele neue Beschäftigte eingestellt. Während der Bau von Gebäuden 11,6 % mehr Umsatz brachte, wurden hier aber nur 1,1 % mehr Mitarbeiter eingestellt. Im Tiefbau stieg der Umsatz um 12,9 % während 3,4 % neue Mitarbeiter eingestellt wurden. Insgesamt wurden im betrachteten Zeitraum über 50.000 neue Mitarbeiter eingestellt.

Im Baugewerbe gibt es laut Agentur für Arbeit im Moment mehr offene Stellen als potenzielle Bewerber. Dieses Missverhältnis ist bereits am unterschiedlich starken Wachstum von Umsatz (+12,5 %) und Beschäftigtenzahl (+2,4 %) zu erkennen. In einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt würden beide Zahlen gleich stark steigen bzw. fallen. Denn je höher die Nachfrage, desto mehr Mitarbeiter werden benötigt, um die Aufträge zu bearbeiten. Doch wieso können viele Stellen für Bauingenieure aktuell nicht besetzt werden? Das liegt u.a. am demographischen Wandel in Deutschland: 4.500 Bauingenieuren gehen jedes Jahr in Rente, während sich nur 3.200 Absolventen dazu entscheiden, im Bauwesen zu arbeiten. Die Zahl der offenen Bauingenieur-Stellen hat sich durch diese Entwicklung zwischen 2009 und 2018 verdreifacht. Bei uns findest Du derzeit deutschlandweit rund 600 Stellen für Berufseinsteiger im Bauingenieurwesen.

Diese Einsatzfelder und Regionen sind besonders gefragt

Die meisten ausgeschriebenen Stellen für Bauingenieure kannst Du in der Bau- und Grundstoffindustrie finden. Sie macht mit etwa 2.200 allein bei der Agentur für Arbeit ausgeschriebenen Stellen rund 1/3 der Jobanzeigen aus. Gefragt sind Bauingenieure ebenfalls bei öffentlichen Dienstleistern und Beratungsunternehmen, die jeweils ca. 1.500 Stellen ausschreiben.

Die am stärksten gefragten Berufsfelder, in denen Du Deine Karriere beginnen kannst, sind das Projektmanagement, die Produktion und die Konstruktion.

Die besten Jobaussichten hast Du in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Allein rund 20 % des 2017 erwirtschafteten Umsatzes der kompletten Baubranche von 114 Milliarden € wurden in Bayern umgesetzt. Zum Vergleich: Dieser Wert entspricht etwa dem gesamten baugewerblichen Umsatz von Ostdeutschland. Nordrhein-Westfalen machte knapp 17 % des gesamten Umsatzes aus und Baden-Württemberg hatte einen Anteil von ca. 14,5 % am Umsatz der Baubranche. Die Bundesländer mit den geringsten Investitionen ins Bauingenieurwesen sind Bremen, das Saarland und Hamburg, was allerdings natürlich auch auf die geringe Größe dieser Bundesländer zurückzuführen ist. Interessant an dieser Verteilung ist, dass sich zwar der Gesamtumsatz der Branche in den vergangenen Jahren erhöht hat, die Anteile der einzelnen Bundesländer daran allerdings seit 2005 fast unverändert geblieben sind.

Bei diesen Unternehmen kannst Du einsteigen

Im Bauingenieurwesen gibt es viele kleine und mittelständische Unternehmen, die sich beispielsweise auf die Konstruktion und den Bau von Privathäusern und kleineren Bauwerken spezialisiert haben. Über ganz Deutschland verteilt findest Du aktuell rund 90.000 Ingenieurbüros, die sich mit Bauprojekten aller Art befassen, sodass Du für Deine Arbeit als Bauingenieur, wenn es Dir wichtig ist, nah bei Deiner Familie und Deinen Freunden bleiben kannst. Für diese kleinen Unternehmen arbeiten im Moment rund 381.000 Arbeitnehmer. Es gibt allerdings auch einige Großunternehmen, bei denen Du eine steile Karriere starten kannst. Diese Big Player werden meist von Städten oder Kommunen mit Großaufträgen versorgt. Die Marktführer im deutschen Bauwesen sind:

  1. Die Hochtief AG mit einem Jahresumsatz von 24,5 Mrd. € und über 80.000 Mitarbeitern, davon ca. 3.500 in Deutschland. Hauptsitz der AG ist Essen und das Unternehmen realisiert weltweit Infrastrukturprojekte.

  2. Die Strabag SE mit einem jährlichen Umsatz von 12,4 Mrd. € und ca. 75.000 Mitarbeitern, von denen etwa 30.000 in Deutschland arbeiten. Der deutsche Hauptsitz des österreichischen Unternehmens befindet sich in Köln und es werden Bauprojekte jeder Art vom Anlagenbau bis hin zu Schutzeinrichtungen von den Mitarbeitern umgesetzt.

  3. Die Eurovia GmbH hat ihren deutschen Hauptsitz in Berlin. Das ursprünglich französische Unternehmen hat sich auf den Bau von Autobahnen, Schienenwegen und Straßen spezialisiert und erzielt mit 38.000 Mitarbeitern, davon 3.500 in Deutschland, einen jährlichen Umsatz von 8,1 Mrd. €.

Immer bessere digitale Simulationen erleichtern Dir im Alltag die Arbeit und sorgen so bereits vor dem Bau dafür, dass beispielsweise das Raumklima im neuen Gebäude optimal ausbalanciert und auf diese Weise etwa Schimmelbildung durch eine ungünstige Luftfeuchtigkeits-Wärme-Konstellation vermieden wird. In Zukunft kannst Du in diesem Bereich mit jeder Menge Innovationen rechnen, etwa einer digitalen Verknüpfung zwischen den Anforderungen des Bauherren und den Klimafaktoren am jeweiligen Standort.

Der rasante Fortschritt in diesem Bereich führt allerdings auch zu Herausforderungen: Da viele Software-Unternehmen gleichzeitig an digitalen Bau-Hilfen arbeiten und es noch kein einheitliches Austauschformat für die unterschiedlichen Informationen gibt, gehen diese auf dem Weg zum richtigen Adressaten häufig unter. Im Job solltest Du Dich also regelmäßig über Updates bei den Bauwerksinformationsprogrammen (kurz: BIM für die englische Bezeichnung Building Information Modelling) auf dem Laufenden halten. Die am häufigsten benutzten Programme sind hierbei AutoCAD, Revit und ArchiCAD. 

Ein weiterer wichtiger Punkt, über den Du nach Deinem Studium informiert bleiben solltest, ist die Weiterentwicklung der Baustoffe: Im Bereich der Nano-Technologie etwa macht die Forschung immer größere Fortschritte: Neue Klebstoffe ermöglichen ein Zusammenwirken unterschiedlicher Materialien.  Phasenwechselmaterialien machen es möglich, Wärmeenergie in der Fassade zu speichern. In diesen Bereichen hat die Forschung in den vergangenen Jahren zwar gewaltige Fortschritte gemacht, ein Ende ist allerdings noch nicht in Sicht. In der Forschung und Entwicklung hast Du also – wie rund 1/3 Deiner Ingenieur-Kollegen – noch große Chancen, etwas zu bewegen.

Das kannst Du im Bauingenieurwesen verdienen

Im Moment erhalten Ingenieure, die im Bauwesen einsteigen, ein Durchschnittsgehalt von ca. 41.900 € brutto im Jahr. Nach zehn Jahren Berufserfahrung verdienst Du als Bauingenieur durchschnittlich 49.400 €. Das durchschnittliche Jahresgehalt eines Bauingenieurs in Deutschland liegt bei 50.215 €.

Eine besondere Bedeutung für Dein Gehalt hat die Größe Deines zukünftigen Arbeitgebers: Während Du in einem kleinen Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern durchschnittlich knapp 47.800 € verdienst, kannst Du bei einem Großunternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern am Ende rund 63.500 € für Deine Arbeit bekommen. In einem mittelständischen Unternehmen liegt das Einstiegsgehalt für Bauingenieure bei knapp 55.400 €.

Auch das Berufsfeld, in dem Du nach dem Studium einsteigst, hat natürlich unmittelbaren Einfluss auf Dein Gehalt: So steigst Du mit einem Master-Abschluss in der Konstruktion in einem mittelständischen Unternehmen mit einem Gehalt zwischen 34.900 € und 39.800 € ein. In der Entwicklung im Bauwesen hingegen verdienst Du bei gleichen Rahmenbedingungen schon zu Beginn Deiner Ingenieur-Karriere zwischen 44.300 € und 47.200 € brutto pro Jahr.

In unserer Gehaltsstatistik findest Du viele weitere nützliche Informationen zu Deinem Einstiegsgehalt als Ingenieur und zu Deinen Gehaltsaussichten.

Quellen:

  • Statistisches Bundesamt, Umsatz im Bauhauptgewerbe im April 2019
  • Agentur für Arbeit, Berufe auf einen Blick: MINT 2018
  • Die Deutsche Bauindustrie, Umsätze im Bauhauptgewerbe nach Sparten 2018
tl;dr:
  • In Deutschland fehlen ungefähr 2 Millionen Wohnungen und die dazugehörige Infrastruktur. Außerdem gehen jedes Jahr mehr Bauingenieure in Rente, als von der Uni nachkommen. Die Jobaussichten in der Branche sind also gut.
  • Die meisten und größten Bauprojekte werden in Bayern, NRW und Baden-Württemberg umgesetzt.
  • Als Bauingenieur arbeitest Du viel mit BIM-Programmen wie AutoCAD. Da diese Programme immer weiterentwickelt werden, solltest Du Dich regelmäßig über die Neuerungen auf dem Laufenden halten, um effizient arbeiten zu können.
 

Arbeitgeber bewerben sich bei Dir!
Ganz einfach:

Anonymes Profil anlegen
! Unternehmens- anfragen erhalten
C V Kontaktdaten freigeben & durchstarten!

Arbeitgeber bewerben sich bei Dir!
So funktioniert's:

Anonymes Profil anlegen
! Unternehmens- anfragen erhalten
C V Kontaktdaten freigeben & durchstarten!
Es ist kostenlos
Kostenlos registrieren