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Homeoffice für Ingenieure

So kannst Du auch von zu Hause aus produktiv arbeiten

Von Tim Lamkemeyer

 

 

Als Ingenieur arbeitest Du je nach Fachbereich eigentlich einen Großteil Deiner Arbeitszeit an Maschinen, auf Baustellen oder führst im Labor Experimente durch. Und jetzt sollst Du wegen des Corona-Virus auf einmal von zu Hause aus arbeiten? Auf den ersten Blick eigentlich unmöglich, weil Du den Automotor oder die Windkraftanlage ja schlecht mit in Deine Wohnung nehmen kannst. Aber mit den richtigen Strategien und Programmen kannst Du auch als Ingenieur zu Hause produktiv arbeiten, Dich weiterbilden und Dich mit den Kollegen, die vielleicht weiterhin im Unternehmen bleiben, austauschen. Die Situation sieht im Ingenieurwesen je nach Branche und Arbeitgeber sehr unterschiedlich aus. Deshalb haben wir ein paar ganz unterschiedliche Tipps zusammengestellt, die Euch jetzt weiterhelfen können.

Diese Aufgaben kannst Du gut im Homeoffice erledigen

Obwohl Du als Ingenieur ja eigentlich meist direkt vor Ort bist und “an vorderster Front” arbeitest, gibt es auch einige Arbeiten, die Du ohne Probleme mit Deinem Laptop zu Hause auf dem Sofa oder am Küchentisch erledigen kannst.

Erstelle Berechnungen, Bauzeichnungen oder Konstruktionsmodelle

Die wichtigste Homeoffice-Faustregel vorweg: Alle Aufgaben, die Du im Büro sowieso schon am Computer bearbeitest, kannst Du im Prinzip auch vom Schreibtisch in Deiner Wohnung erledigen – von der Lösung mathematischer Probleme über Strömungsberechnungen bis hin zu CAD-Konstruktionen. Die Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Du überhaupt einen Computer oder Laptop zu Hause zur Verfügung hast und auf die relevanten Daten aus dem Büro zugreifen kannst. Stichwort: Datenschutz.

Die entsprechende Hardware wie etwa Deinen Firmenlaptop kannst Du Dir für das Homeoffice häufig in Absprache mit Deinem Chef mit nach Hause nehmen. Aber gerade der Zugriff auf lokal installierte Programme, große Datenbanken und das firmeneigene Intranet stellt im Moment noch viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Sie speichern ihre Konstruktionsplanungen, CAD-Modelle oder Forschungsergebnisse häufig auf lokalen Servern und schirmen diese zum Schutz vor unbefugten Zugriffen gut gegen Eingriffe von außen ab. Die Folge: Aus dem Homeoffice kannst Du als Ingenieur eben auch nicht darauf zugreifen. Wenn Du allerdings in einem Unternehmen arbeitest, das bereits weitgehend auf abgesicherte Cloud-Dienste wie Google Drive oder cloudbasierte Programme wie AutoCAD setzt, steht Deiner fachlichen Arbeit zu Hause nichts im Weg.

Vernetze Dich mit Deinen Kollegen

Welche Probleme haben etwa Deine Kollegen aus der Produktion im Moment mit dem Förderband? Wo hakt es bei der Konstruktion der neuen Autotür des neuen Kollegen? Oder welche Umweltziele möchte die Geschäftsführung im kommenden Jahr erreichen? Auch wenn Du im Homeoffice allein arbeitest und Dich nicht face-to-face mit den anderen Mitarbeitern in Deinem Unternehmen austauschen kannst, bieten Dir Video-Konferenzen doch die Möglichkeit, mit Deinen Kollegen in Kontakt zu bleiben und das Teamgefühl aufrechtzuerhalten.

Die derzeit gefragtesten Programme für virtuelle Besprechungen mit Kollegen sind Skype und Google Hangouts Meet. Neben der reinen Video-Konferenz-Funktion bieten sie Dir beispielsweise auch die Möglichkeit, Deinen Bildschirm mit den anderen Konferenz-Teilnehmern zu teilen. So kannst Du etwa gemeinsam mit Deinen Ingenieur-Kollegen aus anderen Fachbereichen Deine Aerodynamik-Simulation abspielen und Ihr könnt anschließend gemeinsam überlegen, wo der Luftwiderstand bereits optimal ist und an welcher Stelle Du vielleicht noch mal nachkonstruieren kannst, bevor Ihr den ersten Prototypen baut oder mit den Vorbereitungen für die Serienproduktion anfangt.

TIPP: Gerade in der aktuellen Corona-Krise kann eine Video-Konferenz mit Deinem oder Deinen Lieblingskollegen Dir übrigens auch dabei helfen, Dich im Homeoffice nicht so allein zu fühlen. Während der Arbeit im Unternehmen tauschst Du Dich immer wieder mit Deinen Kollegen aus, quatschst beim Kaffeeholen mit ihnen über Gott und die Welt oder tauschst Dich mit ihnen zum aktuellen Geschehen rund um das Unternehmen aus. Diese Zeit für die soziale Interaktion solltest Du Dir auch während Deiner Arbeit im Homeoffice nehmen.

Nutze Webinare und Apps, um Dich weiterzubilden

Die Baupläne sind erstellt und vom Vorgesetzten abgesegnet oder die Konstruktionsskizze ist fertig und es stehen in den nächsten Stunden keine Teambesprechungen mehr an? Dann ist genau jetzt die Möglichkeit, Dir neues Wissen draufzuschaffen. Das Internet bietet Dir die perfekte Gelegenheit, nahezu alles, was Du Dir jemals an Soft Skills aneignen wolltest, auch von zu Hause aus zu lernen:

  • Verschiedene Apps wie etwa Babbel, Mondly oder Rosetta Stone helfen Dir dabei, Dein Business-English zu verbessern oder Deine Französisch-Kenntnisse für das anstehende internationale Projekt aufzufrischen.

  • Bei Udemy oder Edukatico kannst Du in Online-Kursen Dein Ingenieur-Fachwissen aus verschiedensten Bereichen etwa um Projektmanagement-Kenntnisse, Datenstruktur-Wissen oder auch IT-Skills erweitern.

  • Je nach Fachbereich bietet Dir die Arbeit im Homeoffice aber auch die Gelegenheit, Dich mal in aller Ruhe mit den neusten Bauvorschriften oder Leitfäden zum Umweltschutz auseinanderzusetzen.

Solche Weiterbildungsmaßnahmen solltest Du im Vorfeld allerdings mit Deinem Chef absprechen, damit nicht der Eindruck entsteht, dass Du die bezahlte Arbeitszeit für Deine privaten Interessen nutzt. Aber auch, wenn Dein Vorgesetzter Dir andere Aufgaben zum bearbeiten gibt, kannst Du etwa die Zeit, die sonst für den Weg zum Büro und wieder zurück draufgeht, dafür nutzen, Deine Skills in den unterschiedlichen Bereichen zu verbessern.

So könnte das Homeoffice für Ingenieure in einigen Jahren aussehen

Als Ingenieur kannst Du die Arbeitszeit im Homeoffice aber nicht nur sinnvoll nutzen, Du kannst je nach Fachbereich auch dabei helfen, die Heimarbeit der Zukunft mitzugestalten. So gibt es etwa Projekte, in denen Ingenieure daran arbeiten, dass sie selbst vom heimischen Sofa per Virtual Reality im Unternehmen “vor Ort” arbeiten können. In Verbindung mit intelligenter und fernsteuerbarer Robotik wäre es dann etwa denkbar, dass Du als Ingenieur zu Hause auf dem Sofa sitzt und per Handschuh in einer virtuellen Umgebung einen Maschinenfehler behebst, während der Roboter genau Deine Handgriffe an der echten Maschine durchführt.

Raus aus der Jogginghose: Die Do’s und Dont’s im Homeoffice

Do

  • Wähle den optimalen Arbeitsplatz
    Im Unternehmen hast Du zumindest Deinen Platz im Büro meist vorgegeben. Im Homeoffice solltest Du Dir genaue Gedanken darum machen, wo Du Deinen Computer hinstellst. Beachte dabei, dass Du im Idealfall das Zimmer auswählst, in dem am wenigsten “drumherum” los ist und Du möglichst wenig gestört wirst.
  • Erstelle Dir einen klaren Zeitplan
    Mal eben zwischendurch mit dem Hund spielen, einkaufen gehen oder doch eine Folge der Lieblingsserie streamen? Die Verlockungen im Homeoffice sind groß. Wenn Du Dir Deine Deadlines und die einzelnen Meilensteine auf dem Weg dorthin aber aufschreibst, kannst Du auch zu Hause zielgerichtet arbeiten.
  • Sag allen Bescheid, wann Du erreichbar bist – und wann nicht
    Wenn Du im Unternehmen mit anderen Ingenieuren in einem Büro sitzt, sehen Deine Kollegen, wann Du etwa in die Mittagspause gehst oder Feierabend machst. Das geht im Homeoffice nicht. Zumindest Deinen engeren Kollegen solltest Du deshalb immer eine kurze Info geben, wenn Du den Arbeitsplatz mal für mehr als 10 Minuten verlässt, damit sie sich darauf einstellen können, dass Du erst später auf Mails oder Chat-Nachrichten reagierst.

Don't

  • Abends noch mal E-Mails checken
    Du hast Dir Deinen Arbeitsplatz vielleicht im Wohnzimmer, in der Küche oder im Schlafzimmer aufgebaut. Da ist die Verlockung groß, abends noch mal schnell den Rechner anzuschmeißen um zu gucken, wie es mit Deinem Projekt vorangeht oder ob Du noch eine wichtige Mail bekommen hast. Lass das besser sein und nutz die freie Zeit, um runterzukommen.
  • Deine Routinen aufgeben
    Generell kannst Du zu Hause natürlich so rumlaufen und arbeiten wie Du möchtest. Selbst im Video-Call sehen Deine Kollegen ja nur Deinen Oberkörper. Aber vergiss nicht: Etwa Deine Kleidung vermittelt Dir auch ein Gefühl. Damit Du konzentriert an Deinen Konstruktionen, Zeichnungen oder Berechnungen arbeiten kannst, solltest Du die chillige Jogginghose mit Schlaf-Shirt zumindest gegen Jeans und Pullover tauschen. Außerdem ist es sinnvoll, wenn Du auch Deine üblichen Zeiten, um morgens mit der Arbeit zu beginnen oder abends ins Bett zu gehen, so gut wie möglich beibehältst.

Kurz gesagt:
  • Obwohl Du es als Ingenieur eigentlich keinen typischen Schreibtischjob hast, sondern viel Zeit mit Maschinen, Windkraftanlagen oder Flugzeugturbinen verbringst, gibt es auch Möglichkeiten, wie Du im Homeoffice sinnvoll arbeiten und diese Zeit produktiv nutzen kannst.
  • Für die Arbeit in den eigenen 4 Wänden eignen sich etwa Teambesprechungen, das Ausarbeiten von Plänen, Berechnungen oder Weiterbildungen.
  • In Zukunft kannst Du durch Robotik-Entwicklungen und Virtual Reality wahrscheinlich noch viel mehr ingenieurtechnische Aufgaben remote durchführen.
 

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