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Das Video-Vorstellungsgespräch: Virtuell zum neuen Job

Persönliche Bewerbungsgespräche sind im Moment nicht möglich. Viele Ingenieur-Unternehmen setzen deshalb auf ein digitales Kennenlernen

Von Tim Lamkemeyer

 

 

Das Corona-Virus hat uns noch immer fest im Griff und sorgt neben persönlichen Einschränkungen auch dafür, dass in Unternehmen strengere Hygiene- und Abstandsregeln gelten als vorher. Das hat zur Folge, dass auch viele Bewerbungsgespräche nicht mehr face-to-face durchgeführt werden können, sondern durch Video-Konferenzen ersetzt werden. Diese Variante des gegenseitigen Kennenlernens von Bewerber und Unternehmen gibt es zwar schon etwas länger, zurzeit ist die Webcam aber gefragter als je zuvor. Wir haben für Dich aus aktuellem Anlass die wichtigsten Tipps zusammengestellt, wie Du die Personalverantwortlichen auch virtuell überzeugen kannst.

Video-Interview: Diese 2 Varianten gibt es

Wenn Du zu einem Video-Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, hast Du die erste Hürde geschafft und kannst davon ausgehen, dass Dein Anschreiben und Dein Lebenslauf überzeugen konnten. Jetzt geht es für Dich darum, Dich – wie in einem “normalen” Vorstellungsgespräch – authentisch zu präsentieren und noch einmal mit Nachdruck für den Job zu empfehlen. Gleichzeitig ist es für Dich die Chance herauszufinden, ob das Unternehmen und das Jobangebot wirklich zu Deinen Vorstellungen passt. Vor Deinem neuen Ingenieur-Job gibt es 2 unterschiedliche Verfahren, die bei einem Video-Bewerbungsgespräch auf Dich warten können:

  • Das synchrone Video-Interview

  • Dabei sitzt Du Zuhause vor Deinem Computer oder Laptop und führst etwa per Skype oder Google Hangouts ein Bewerbungsgespräch in Echtzeit mit dem oder den Personalverantwortlichen – nur eben ohne direkten Kontakt, sondern über die Webcam. Dabei entwickelt sich in der Regel ein Gespräch, in dem nicht nur Du Dich vorstellst, sondern auch der Personaler auf Deine Fragen eingeht, etwa zu Deinem genauen Einsatzbereich, zu den verwendeten CAD-Programmen oder den zur Verfügung stehenden Maschinen. Auf der anderen Seite wird der Personaler oder Abteilungsleiter Dir aber natürlich auch Fragen zu Deinen vorhandenen Skills stellen und testen, wie souverän Du in schwierigen Situationen reagierst und ob Du etwa Strukturformeln oder die technische Strömungslehre wirklich so gut beherrschst, wie Du in Deiner Bewerbung angegeben hast.

  • Das zeitversetzte Video-Interview

  • Bei dieser etwas unpersönlicheren Form des digitalen Bewerbungsgesprächs siehst Du weder den Personaler noch einen Vertreter Deiner zukünftigen Fachabteilung. Mit Deiner Einladung zum Video-Interview erhältst Du einen Link und ein Passwort. Mit diesen Daten kannst Du Dich online anmelden und wirst dann von einem Programm durch ein vorstrukturiertes Bewerbungsinterview geführt. Die Fragen sind ähnlich wie die in einem normalen Bewerbungsgespräch und könnten etwa so aussehen:

    • Geben Sie kurz Ihren beruflichen Werdegang wieder.

    • Was sind Ihre persönlichen Stärken und Schwächen?

    • Wie gehen Sie mit unbekannten Situationen im Job um?

    • Wo sehen Sie bei unserem Produkt noch Optimierungsmöglichkeiten?

    • Wieso haben Sie sich genau bei unserem Unternehmen beworben?


    Beim zeitversetzten Video-Interview hast Du den Vorteil, dass Du meist selbst per Klick entscheiden kannst, wann die Aufnahme beginnen soll. Wenn Du Dir also etwa bei einer fachlichen Frage zur Sensorik oder Statistik mal nicht zu 100 % sicher bist, hast Du die Möglichkeit, noch mal kurz zu recherchieren, bevor Du Deine Antwort gibst. Es ist außerdem häufig nicht schlimm, wenn Du mal einen inhaltlichen Punkt vergisst oder Dich verhaspelst. In diesem Fall kannst Du bei vielen Programmen die Aufnahme einfach neu starten. Neben diesen Vorteilen gibt es aber auch 2 Nachteile: Es ist in dieser künstlich geschaffenen Gesprächssituation deutlich schwerer, mit Sympathie zu überzeugen und es gibt keinen direkten Gesprächspartner, der Dir einen echten Eindruck von Deinem zukünftigen Job und dem Arbeitsumfeld vermitteln kann.

So bereitest Du Dich optimal auf Dein Video-Bewerbungsgespräch vor

Es ist egal, ob Du zu einem persönlichen Gespräch zu Deinem neuen Arbeitgeber eingeladen wirst oder Dich in einem Video-Call beweisen musst: Bereite Dich gut vor! Und das gilt bei einem digitalen Bewerbungsgespräch nicht nur inhaltlich, sondern auch für das Drumherum.

Die wichtigsten Fakten rund um das Unternehmen

Wie bei jedem anderen Vorstellungsgespräch auch, solltest Du Dir die Basics des Unternehmens angucken. Dazu gehört etwa die grobe Entwicklung der letzten Jahre, die Zahl der Mitarbeiter und Standorte, aber bei Zulieferbetrieben etwa auch, für welchen Automobil- oder Flugzeughersteller sie produzieren und welche Verfahren dabei angewendet werden. Du wirst zwar wahrscheinlich nicht mehr darum gebeten, diese Fakten einfach aufzuzählen: Du kannst sie aber gut dazu nutzen, um durch gezielte Fragen an Deine Gesprächspartner herauszufinden, ob das Unternehmen oder die Teamstruktur zu Dir passen. Auf der anderen Seite zeigst Du so aber auch, dass Du Dich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hast und Dich tatsächlich für die Stelle interessierst.

Außerdem solltest Du Dir natürlich vor dem Gespräch noch mal die Stellenausschreibung angucken und Dir überlegen, in welchen der geforderten Bereiche Du Deine Stärken siehst und wie Du etwa schwache Studienleistungen in Thermodynamik oder physikalischer Chemie erklären und etwa durch Deine Erfahrungen in Praktika oder Werkstudententätigkeiten ausgleichen kannst.

Zur Vorbereitung auf das Video-Vorstellungsgespräch gehört aber auch, dass Du Dich über Deine Gesprächspartner informierst. In der Einladung zu Deinem Interview erfährst Du im Regelfall auch schon, wer an dem Call teilnehmen wird. Mit etwas Recherche kannst Du herausfinden, ob es sich bei den Teilnehmern etwa um Personaler handelt, oder ob auch der Produktionsleiter oder Projektmanager dabei sein wird. So kannst Du auch schon für Dich herausfinden, ob Du Dich eher auf Fragen zu Deinem Lebenslauf oder auch zu ingenieurspezifischen Themen zu konkreten Projekt- oder Verarbeitungsschritten einstellen solltest.

Die technischen Basics

Neben Deiner inhaltlichen Vorbereitung ist es auch wichtig, dass Du für einen ruckelfreien Ablauf des Video-Interviews sorgst. Dafür solltest Du Dir etwa das Tool, das für das Gespräch genutzt werden soll, schon einige Tage im Voraus herunterladen und mit Freunden ausprobieren, ob die Bild- und Tonqualität ausreicht, um einen guten Eindruck zu hinterlassen und sicher in das Gespräch gehen zu können. Wenn Dein Gesprächspartner Dir nur virtuell gegenübersitzt – oder Du sogar einfach nur von der Kamera aufgenommen wirst – ist das immer eine ungewohnte Situation, die verunsichern kann. Da sollte nicht auch noch die Technik streiken. Das lässt sich durch Vorbereitung gut vermeiden. Welches Programm genutzt wird, erfährst Du meist in Deiner Einladung zum digitalen Bewerbungsgespräch. Am gängigsten sind im Moment Skype und Google Hangouts bzw. Google Meet, weil sie kostenlos, intuitiv zu bedienen und auf fast jedem Endgerät vom Smartphone über Tablets bis hin zu Computern laufen.

Obwohl es die Programme auch als Apps für Smartphones und Tablets gibt, führst Du das Bewerbungsgespräch am besten mit einem Laptop mit integrierter Kamera oder einem Desktop-PC mit externer Webcam durch. So stellst Du sicher, dass Du Deinen Gesprächspartner in ausreichender Größe siehst, und dass Dein Bild nicht wackelt. Wenn Du keinen Laptop besitzt und das Video-Vorstellungsgespräch mit der Handy- oder Tablet-Kamera durchführen möchtest, solltest Du dir ein Stativ besorgen oder – ganz Ingenieur-Like – zumindest eine sporadische Halterung bauen, die es dir ermöglicht, die Hände beim Gespräch frei zu haben und Dich entspannt hinsetzen zu können. So kannst Du Deine Aussagen mit Deiner Gestik lebendiger machen und Dein Auftreten wirkt deutlich seriöser, als wenn Du Dich im “Selfie-Modus” präsentierst. Außerdem ist natürlich eine stabile Internetverbindung ein Muss, damit Du die Fragen des Personalers oder Fachbereichsleiters gut verstehst und Deine Antworten ohne Unterbrechung bei ihnen ankommen.

Die richtige Location

Dein neuer Arbeitgeber erwartet von Dir als Ingenieur strukturiertes und zielgerichtetes Arbeiten. Im persönlichen Vorstellungsgespräch musst Du “nur” die richtigen Worte finden, um Deine Gesprächspartner davon zu überzeugen, dass Du sowohl fachlich als auch persönlich das richtige "Paket" mitbringst. Im Video-Vorstellungsgespräch zeigst Du ein Stück weit auch Deine private Seite – zumindest dann, wenn Du in Deiner Wohnung bist. Ein aufgeräumter Hintergrund gehört für einen guten ersten Eindruck mit dazu. Übertreib es bei der Hintergrund-Auswahl aber auch nicht: Auch wenn Du Dich als Maschinenbauingenieur bewirbst und in Deiner Bewerbung Deine Begeisterung für Autos hervorhebst, erwartet Dein neuer Arbeitgeber nicht, dass Du Poster von Motoren an der Wand hängen hast. Du kannst – und solltest – auch hier authentisch bleiben.

Wenn Du in Deiner Studentenbude die Möglichkeit hast, solltest Du das Video-Interview außerdem nicht auf dem Sofa, sondern eher am Schreibtisch durchführen, um direkt einen Arbeits- und keinen Freizeitkontext herzustellen. Eine aufrechte, aber trotzdem entspannte Sitzhaltung sind vor der Webcam genauso wichtig wie beim Offline-Interview. Eine unruhige WG, der bohrende Nachbar oder Bauarbeiten vorm Haus sind keine gute Voraussetzung für ein solches entspanntes Gespräch. Stelle also sicher, dass Du zum vereinbarten Zeitpunkt in Ruhe und ungestört sprechen und aufnehmen kannst. Wenn das Zuhause nicht der Fall ist, brauchst Du rechtzeitig eine Alternative. Hier bietet sich z.B. Dein Elternhaus oder die Wohnung Deines Partners an. Öffentliche Cafés oder Uni-Räume, die jederzeit gestört werden könnten, sind natürlich ein No-Go.

Das Video-Bewerbungsgespräch erspart Dir nicht nur den Weg zu weit entfernten Unternehmen, sondern bietet Dir und den Firmen auch in Zeiten von Social Distancing die Möglichkeit, dass Ihr Euch gegenseitig kennenlernt. Viel spricht dafür, dass die Offenheit für solche (noch) unkonventionellen Einstellungsprozesse durch die aktuelle Situation weiter steigen wird. Um im Video-Interview einen guten Eindruck zu hinterlassen, solltest Du allerdings Vorbereitungen treffen, die ein wenig über das “normale” Bewerbungsgespräch hinausgehen. Wir wünschen Dir viel Erfolg!

Kurz gesagt:
  • Video-Bewerbungsgespräche können entweder synchron oder zeitversetzt stattfinden.
  • Wie im “normalen” Bewerbungsgespräch ist es wichtig, dass Du Dich im Vorfeld mit dem Unternehmen und Deinen Gesprächspartnern auseinandersetzt.
  • Beim Video-Vorstellungsgespräch bekommen Deine Gesprächspartner auch einen kleinen Einblick in Dein persönliches Umfeld. Achte daher auf eine angemessene Atmosphäre, in der Du den Kopf und die Hände frei hast.
 

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