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Die Uni pausiert? Dann lern neue Ingenieur-Skills zu Hause!

Wir zeigen Dir Alternativen und Tools, mit denen Du trotz geschlossener Hochschulen am Ball bleiben kannst

Von Tim Lamkemeyer

 

 

Das Corona-Virus sorgt im Moment für leere Hörsäle und Ungewissheit bei vielen Studenten: Die Uni hat auf E-Learning umgestellt, Ihr dürft nicht mehr ins Labor, um Versuche durchzuführen und auch in der Bib könnt Ihr Euch im Moment keine Bücher mehr ausleihen. Da bleibt natürlich zwischen Netflix und der Video-Konferenz mit den Freunden die Frage, wie Ihr trotzdem weiter lernen könnt, auch wenn Eure Hochschule gerade noch überlegt, wie Online-Kurse umgesetzt werden können und die Uni-Server fast immer überlastet sind. Wir haben für Euch kostenlose und kostenpflichtige Angebote unter die Lupe genommen und geben Euch Tipps, wie Ihr Euch im Moment auf dem Laufenden halten könnt.

Erstell kostenlos eigene 3D-Projekte

Vor allem in der Konstruktion, aber auch in der Forschung, Entwicklung oder Produktion musst Du nach dem Studium in Deinem beruflichen Alltag regelmäßig mit CAD-, CAM- und CAE-Software arbeiten. Im Studium lernst Du etwa in Projektarbeiten die Grundlagen der Arbeit mit Programmen wie AutoCAD, Mastercam, CATIA oder Solidworks – die Software ist aber meist so vielschichtig, dass Du später im Job noch jede Menge neue Funktionen kennenlernen und Dich Stück für Stück weiter in die Struktur des jeweiligen Programms reinfuchsen musst.

Deine aktuelle Uni-Auszeit könntest Du also ideal nutzen, um beispielsweise ganz ohne Projekt- oder Prüfungsdruck Drohnen, Autos oder Windkrafträder zu konstruieren und dabei auf spielerische Art und Weise die Funktionen des Programms genauer kennenzulernen. Zwar bieten viele CAD-Software-Hersteller ihre Programme in abgespeckter Version oder für einen kurzen Zeitraum kostenlos für Studierende an, aber für Deinen Lernzweck und Deine Konstruktionen wäre natürlich die Vollversion super: Und die stellt Dir der Software-Anbieter Autodesk bis auf Weiteres mit dem Programm Fusion 360 kostenlos zur Verfügung.

Du darfst diese kostenlose Version zwar nur für Deine persönlichen Projekte und nicht kommerziell nutzen, sie bietet Dir von der 3D-Modellierung über eine Fertigungserweiterung bis hin zum Cloud-Rendern aber alle Funktionen, die Du für Deine Arbeit brauchst. In der kostenlosen Version stehen Dir lediglich das kollaborative Arbeiten im Team und der Export in gewerblich genutzte Formate wie NX oder Catia nicht zur Verfügung.

Von Bilanzbuchhaltung bis KI: Das Webinar-Angebot war noch nie so groß!

Die E-Learning-Angebote vieler Unis sind – sofern sie überhaupt schon bestehen – komplett überlastet, die Dozenten müssen sich erstmal an diese neue Vortragsform gewöhnen und in der neuen Software gibt es natürlich auch noch jede Menge Bugs, die Dir das Lernen erschweren können. Im Gegensatz zu den meisten Hochschulen haben sich aber manche Unternehmen extra auf die digitale Bereitstellung von Wissen spezialisiert und manche bieten Dir sogar kostenlose Lernpakete.

Bei der Auswahl Deines Online-Kurses kann es für Dich übrigens auch hilfreich sein, um die Ecke zu denken: Es muss nicht zwingend der Kurs zum Digital Engineering, zu Simulationsmethoden oder der industriellen Softwaretechnik sein. Du kannst Dir in der freien Zeit, die Du im Moment vielleicht wegen der Verschiebung des Semester-Starts hast, auch Soft Skills, Fremdsprachen oder BWL-Kenntnisse aneignen, die Du später im Job brauchst, die aber im Ingenieur-Studium häufig nur am Rand vermittelt werden. Natürlich kannst Du die Zeit aber auch nutzen, um etwa Deine mathematischen Skills oder Dein Wissen zu Hardwareschnittstellen zu vertiefen und eventuell vorhandene Lücken zu schließen.

Online-Kurse und Webinare speziell für Ingenieure

Im Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg hast Du die Möglichkeit, Dein Wissen über die Maschinenanbindung oder die RFID-Technologie in Onlinekursen mit einer Lerndauer von jeweils rund einer Stunde kostenlos zu vertiefen. Die Kurse gehen dabei gezielt auf die Herausforderungen ein, die auf Ingenieure in KMUs in den jeweiligen Bereichen zukommen, wie etwa

  • die physische Anbindung von Hardwareschnittstellen,
  • Manufacturing Execution Systems,
  • Informationsmodellierung,
  • Identifikationstechnologien oder
  • die Einflussfaktoren bei der Einführung der RFID-Technologie.

Neben den vorgefertigten Online-Kursen könnt Ihr Euch auf der Seite des Augsburger Kompetenzzentrums aber auch kostenlos für Webinare etwa zur Intralogistik oder zur Arbeit 4.0 in der Produktion anmelden. Auf der Seite des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Saarbrücken findet Ihr außerdem aufgezeichnete Webinare, etwa zu den Trend-Themen “KI im Büro” und “3D-Druck im Mittelstand”.

Speziell für Ingenieure gemacht ist auch der Podcast ROCKETENGINEERS. Dort spricht Lennard Hermann alle 2 Wochen mit erfahrenen Ingenieuren, Führungskräften oder Beratern über die wichtigsten Learnings auf ihrem bisherigen Berufsweg. Lennard selbst hat an der RWTH Aachen Maschinenbau studiert und arbeitet aktuell als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Fertigungstechnik. Er befindet sich selbst noch am Anfang seiner Ingenieur-Karriere und stellt seinen Gesprächspartnern deshalb genau die Fragen, die auch für Eure berufliche Entwicklung relevant sind – von den klassischen Bewerbungsfehlern über das optimale Zeitmanagement bis hin zu Tipps, wie Du als Ingenieur im Unternehmen den passenden Mentor findest.

Fachbücher in 15 Minuten zusammengefasst

Wahrscheinlich hat auch die Bibliothek Deiner Hochschule gerade geschlossen und alle Fachbücher selbst zu kaufen ist keine Option. Eine gute und vor allem zeiteffiziente Alternative zum klassischen Lernen aus einem Buch bietet Dir die App Blinkist. Dort werden die Kernaussagen aus über 3.000 Sachbüchern in Kategorien wie etwa Technologie & Zukunft, Wissenschaft, aber auch zu Marketing & Vertrieb oder zur Steigerung der eigenen Produktivität in ca. 15-minütige Hörbücher zusammengefasst.

Damit eignet sich Blinkist natürlich nicht, um ein Thema wirklich vom Anfang bis zum Ende komplett zu durchdringen und zum Profi zu werden. Ihr könnt Euch aber in vergleichsweise kurzer Zeit einen Überblick verschaffen, ob etwa die digitale Transformation, eine optimale Selbstvermarktung oder die Physik der Zukunft für Euch relevant sind. Anschließend könnt Ihr dann entscheiden, ob sich eine tiefergehende Einarbeitung in dieses Thema für Euch lohnt oder ob Ihr Euch doch lieber noch ein bisschen durch die App hört, bis Ihr die für Euch spannendsten Inhalte gefunden habt.

Ihr habt 7 Tage lang die Möglichkeit, den Dienst kostenlos zu testen. Es kann also durchaus sinnvoll sein, wenn Ihr Euch schon vorher eine Liste mit potenziell interessanten Themen erstellt und diese dann systematisch durcharbeitet. Nach den ersten 7 Tagen wird die Nutzung kostenpflichtig und kostet je nach Abo zwischen 6,67 € und 12,99 € im Monat.

Über 100.000 Online-Kurse aus allen Fachbereichen

Das weltweit größte E-Learning-Angebot bietet Euch die Plattform Udemy. Bei dieser großen Zahl solltet Ihr im Vorfeld 2 Dinge beachten:

  • Bei 100.000 Online-Kursen, die Euch zur Verfügung stehen, gibt es natürlich nicht nur Themen zu den unterschiedlichen Ingenieur-Disziplinen. Allein im MINT-Bereich habt Ihr aber die Wahl zwischen ca. 10.000 Kursen.
  • Die Plattform ist international und manche Kurse stehen Euch etwa nur auf Englisch oder Spanisch zur Verfügung.

Speziell für deutschsprachige Ingenieure gibt es etwa einen Matlab-Kurs, der 24 Lektionen umfasst oder einen AutoCAD-Kurs mit 16 Lektionen. Ihr könnt Udemy aber z.B. auch nutzen, um IT-Kenntnisse wie die Programmiersprachen Python oder C++ zu lernen, Euch mit betriebswirtschaftlichem Knowhow wie z.B. der richtigen Buchhaltung zu beschäftigen oder Eure Lücken aus der Statistik-Vorlesung zu füllen. Die Preise für die meisten Kurse liegen zwischen 18 € und 25 €, es gibt aber auch kostenlose Kurse, die sich meistens an Einsteiger im jeweiligen Bereich richten.

Wenn Du vielleicht schon länger und erfolgreich z.B. als Werkstudent in der Fertigung arbeitest, Dich privat besonders intensiv mit einem spezifischen Engineering-Thema beschäftigst und glaubst, dass andere auch etwas von Dir lernen könnten, kannst Du bei Udemy übrigens auch selbst Online-Kurse veröffentlichen und Dir etwas Geld dazuverdienen.

Sprachen lernen und verbessern

In der Schule waren Eure Englisch-, Französisch- oder Spanischkenntnisse wahrscheinlich noch vorzeigbar: Nach dem Studium und einigen Jahren ohne die regelmäßige praktische Anwendung sind sie aber dann wahrscheinlich doch etwas eingerostet. Das ist überhaupt nicht schlimm und ein ganz natürlicher Prozess. Gerade als Ingenieur solltest Du das aber nicht einfach so stehen lassen, denn es ist durchaus realistisch, dass Du früher oder später mit internationalen Teams in Projekten zusammenarbeitest oder in einen Konzern wechselst, in dem die Firmensprache Englisch ist.

Wenn Du in diesem Fall positiv auffallen kannst, indem Du direkt ohne Stottern eine Kommunikation starten kannst, hast Du schon den ersten Schritt zur erfolgreichen Zusammenarbeit getan. Und das beste ist: Mit Tools wie Duolingo kannst Du Deine Sprach-Skills sogar kostenlos verbessern oder sogar ganz neu lernen – zumindest in Spanisch, Englisch und Französisch. Nach einigen Fragen zu Deinen Lernzielen, ob Du etwa für den Job oder für einen Urlaub lernen willst und wie viel Zeit du täglich investieren möchtest, geht es direkt los mit den ersten Lektionen. Das für Deinen speziellen Fachbereich gängige Fachvokabular wie Fluidmechanik oder Kinematik wird Dir zwar nicht vermittelt – um Deine Kenntnisse aufzufrischen und über den Smalltalk hinaus zu erweitern, ist die App aber optimal.

In der kostenlosen Version bekommst Du zwar Werbung angezeigt und kannst die Kurse in der App nicht runterladen, die Inhalte sind aber genau die gleichen wie in der Pro-Version.

Wir hoffen, dass Dir die Decke zu Hause nicht langsam auf den Kopf fällt, und dass Du mit unseren Tipps top vorbereitet ins nächste Semester startest!

Kurz gesagt:
  • Auch wenn sich der Uni-Start nach aktuellem Stand (April 2020) wahrscheinlich noch um einige Wochen verzögert, kannst Du als Ingenieur auch von zu Hause aus an Deinen Skills arbeiten.
  • Du kannst die vorlesungsfreie Zeit auch nutzen, um Dir Wissen in fachfremden Bereichen wie BWL, Zeitmanagement oder Mitarbeiterführung zu erarbeiten, die im Studium häufig zu kurz kommen.
  • E-Learning muss nicht teuer sein: Viele Programme kannst Du entweder probeweise oder sogar dauerhaft kostenlos nutzen. Gerade in der aktuellen Situation bieten immer mehr Unternehmen ihre kostenpflichtigen Angebote ausnahmsweise gratis an. Hier die Augen aufzuhalten, lohnt sich also!
 

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