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Wie gründet man sein eigenes Ingenieur-Unternehmen?

Interview mit Jonas Basten vom Startup-Podcast Wickeltisch

Von Tim Lamkemeyer

 

 

In seinem Podcast ROCKETENGINEERS spricht Lennard Hermann alle 2 Wochen mit erfahrenen Ingenieuren, Führungskräften oder Beratern über die wichtigsten Learnings auf ihrem Berufsweg. Lennard hat an der RWTH Aachen mit einem Zwischenstopp in Kanada Maschinenbau studiert und arbeitet aktuell als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Fertigungstechnik.

Diese Woche spricht Lennard mit Jonas Basten vom Wickeltisch-Podcast darüber, wieso häufig schon kleine Ideen ein erfolgreiches Geschäftsmodell begründen können, welche Fähigkeiten Ihr als Gründer mitbringen solltet und was eine erfolgreiche Startup-Idee ausmacht. Hinter dem Wickeltisch-Podcast steckt der Aachen Entrepreneurship Team e.V., ein studentischer Verein, der die lokale Gründerszene unterstützt und fördert.



Wickeltisch-Logo


Experten-Tipp: Geh mit offenen Augen durch die Welt, um innovative Ideen zu entwickeln

ROCKETENGINEERS: "Bei einer Gründung im Ingenieurwesen denken viele direkt an riesige Maschinen oder Ideen, die die Welt verändern. Die Hürde, als Ingenieur ein Unternehmen zu gründen, ist also relativ hoch. Würdest Du sagen, dass es tatsächlich als Ingenieur schwieriger als in anderen Branchen ist, ein Startup zu gründen?"

Jonas Basten: "Ich sage es mal so: Auf der einen Seite gibt es natürlich das Kapital, das gerade bei Gründungen im Ingenieurbereich oft eine große Rolle spielt. Aber es gibt da definitiv auch einige Bereiche, in denen Menschen ihrer Kreativität freien Raum lassen können. Eine Gründung muss ja nicht im Maschinenbau stattfinden. Es gibt noch viele, viele andere Branchen, in denen es einfacher und mit weniger finanziellem Aufwand möglich ist, zu gründen. Als Ingenieur ist es auf jeden Fall möglich, sich mit der Gründung selbst zu verwirklichen.

Das ist gerade dann möglich, wenn man die alltäglichen kleinen Lücken sieht. Es muss ja bei einer Gründung keine Riesenmaschine oder ein Produktionswerk sein. Es kann einfach eine kleine Sache sein, die irgendwo nicht richtig funktioniert. Da kann man sich ja eine Lösung überlegen und mit dem Hintergrund des Ingenieur-Studiums hat man ja auch das Knowledge, das wirklich umzusetzen. Also wenn ich mir mit meinem BWL-Hintergrund denke: ‘Wie kann ich das lösen?’ und es hat etwas mit Technik oder Zusammenschrauben zu tun, dann bin ich raus, da hört es auf bei mir. 

Beim Gründen geht es einfach darum, mit offenen Augen durch die Welt zu laufen. Es laufen so viele Sachen – vermeintlich – nicht richtig und der eine sieht das, der andere etwas anderes und dann denkt man sich: Das könnte man auch irgendwie anders und effizienter lösen."

So setzt Du es um

Bahnbrechende Innovationen wie etwa das Auto oder der Computer sind das Ergebnis jahrzehntelanger Entwicklung und gehen meist nicht auf einen Erfinder, sondern auf eine ganze Menger Wissenschaftler und Spezialisten zurück. Aber muss eine Erfindung wirklich immer so groß und weltbewegend sein, um “erfolgreich” zu sein? Nein! Oft reicht es schon aus, wenn Du einen überflüssigen Arbeitsablauf in der Produktion oder eine störende Eigenschaft an einem Alltagsprodukt erkennst und den betroffenen Personen Deine Lösung anbietest.

Auch solche kleinen Optimierungen reichen häufig – richtig vermarktet – schon aus, damit Du davon leben oder sogar ein eigenes Unternehmen darauf aufbauen kannst. Die Voraussetzung dafür ist aber natürlich immer, dass auch noch andere dieses Problem erkannt haben und Deine Lösung für eine große Anzahl von potentiellen Kunden relevant ist.

Um die Relevanz Deiner Erfindung richtig beurteilen zu können, ist es häufig sinnvoll, wenn Du Dir einen Partner für die Umsetzung suchst, der Dein technisches Verständnis mit Kenntnissen aus der BWL, dem Marketing und der Marktforschung ergänzt. Denn eins haben alle Erfindungen gemeinsam: Um erfolgreich zu werden, muss es auf der einen Seite potenzielle Kunden geben, denen Du mit einer geschickten Marketing-Strategie vermitteln kannst, wie sehr etwa die blasenfrei Schutzfolie fürs Handydisplay oder der umweltfreundlichere Filter für die Abgase der Produktionsanlage ihren Alltag bereichern.

Im Regelfall hast Du als Ingenieur und Gründer bei Deinen Entwicklungen den Vorteil, dass Du das Rad nicht komplett neu erfinden musst, sondern auf wissenschaftliche Erkenntnisse von anderen Forschern bzw. aus Deinem Studium zurückgreifen kannst. Gerade bei optimierten Abläufen, umweltfreundlicheren Produkten oder effizienteren Verfahren kannst Du Dich häufig auf die bereits existierenden Varianten konzentrieren und musst Dir “nur” noch überlegen, an welcher Stellschraube Du drehen musst oder welchen Werkstoff Du verbessern kannst, um daraus ein Angebot zu entwickeln, das ein echtes Problem vieler Unternehmen oder Verbraucher löst.

Wenn Du als junger Ingenieur keine eigene Startup-Idee hast, aber dennoch von Anfang an viel Gestaltungsspielraum haben möchtest, solltest Du auf jeden Fall auch darüber nachdenken, Dich etwa bei Tech-Startups zu bewerben. Gerade in der Anfangszeit der Unternehmensgründung kannst Du dort viele Ideen einbringen, das Produkt maßgeblich mitentwickeln – und quasi ganz nebenbei die betriebswirtschaftlichen Grundlagen lernen. Denn je kleiner das Unternehmen, desto stärker bist Du an den verschiedenen betrieblichen Schnittstellen involviert. Die Nähe zu den Geschäftsführern und strategischen Entscheidern ist natürlich auch viel größer. Hier kannst Du wichtige Erfahrungen sammeln, die Dir bei einer späteren Selbstständigkeit helfen werden.

Die neugierige und kritische Einstellung, mit der Du bestehende Prozesse und Produkte hinterfragst, kann Dir aber nicht nur beim Schritt in die Selbstständigkeit oder bei der Mitarbeit in einem Startup helfen. Auch wenn Du als angestellter Ingenieur in einem etablierten Unternehmen arbeitest, kannst Du Deinem Chef mit immer neuen Produktideen oder Optimierungsmöglichkeiten zeigen, dass Du mit vollem Herzen und strategischem Verständnis an Deine Arbeit gehst und so Deine Chance auf verantwortungsvollere Aufgabe steigern.

Das ganze Interview im Podcast anhören

Du hast eine Produktidee, möchtest irgendwann Dein eigenes Unternehmen gründen und Dein eigener Chef sein? Spannende Tipps zur Unternehmensgründung im Ingenieurwesen bekommst Du in Folge #22 im ROCKETENGINEERS-Podcast.

DARUM GEHT'S IN FOLGE #22:
  • 02:20 – Vorstellung von beispielhaften Startups aus dem Ingenieurwesen
  • 06:15 – Ist Gründen im Ingenieurwesen schwieriger als in anderen Bereichen?
  • 10:30 – Was sind die Hauptargumente für eine Gründung?
  • 17:40 – Wie bekomme ich einen Einblick in die Welt des Gründens und kann ich neben meinem Beruf damit starten?
  • 25:30 – Unternehmerisches Denken als Karrierevorteil im Unternehmen
 

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