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Anna-Leona Breidbach, Bereich Supply Chain & Logistics

Anna-Leona Breidbach

"Der Mix aus diesen kurz- und langfristigen Projekten gefällt mir sehr gut."

Von Anna-Leona Breidbach

 

 

Du arbeitest bei Covestro im Bereich Supply Chain & Logistics – welche Aufgabenbereiche betreust du hier genau?

Im Center of Excellence des Bereiches Supply Chain & Logistics EMLA sind wir für die Gestaltung und Optimierung verschiedener Prozesse verantwortlich. Wir setzen beispielsweise neue regionale Lagerkonzepte auf oder unterstützen globale strategische Projekte, wie die Integrierung des neuen Geschäftsbereichs RFM Supply Chain. Das reicht im Detail von der Frage „Wie kann ich noch genauer informiert sein, wo der LKW gerade ist“ oder „Wie stellen wir sicher, dass wir unsere Produkte pünktlicher liefern können?“ bis hin zu der Frage, wie wir uns im kommenden Jahr noch wettbewerbsfähiger aufstellen möchten. Der Mix aus diesen kurz- und langfristigen Projekten gefällt mir sehr gut. Wir unterstützen bei einer sehr großen Bandbreite an regionalen Themen, und arbeiten darüber hinaus eng mit den Kollegen und Kolleginnen aus anderen Regionen an globalen Themen.

Wie bist du überhaupt in dem Bereich gelandet, sprich: Welcher Karriereweg liegt hinter dir?

Ich habe 2005 ein duales Studium im Bereich Marketing und International Business Studies bei der Bayer AG gemacht. Daran angeschlossen habe ich im Bereich Coatings & Adhesives von Bayer Material Science gearbeitet, habe einen MBA in Singapur gemacht und bekam dann nach einigen Jahren die Möglichkeit, für eine Außendienststelle in die USA zu gehen. Zu dem Zeitpunkt war es eher unüblich, mit einem reinen kaufmännischen Hintergrund in den technischen Vertrieb zu gehen. Aber meine Kolleginnen und Kollegen in den USA haben es mir zugetraut und so bin ich 2012 in die USA gezogen. In den vier Jahren, die ich dort gelebt und gearbeitet habe, habe ich wichtige Erfahrungen über unsere Kunden und deren Sicht auf die Firma gesammelt. Während dieser Zeit wurde Bayer Material Science zu Covestro. In diesem Change-Prozess habe ich die Begleitung der Kunden übernommen und konnte wertvolle Erfahrungen sammeln, es war für mich eine tolle Zeit. 2016 bin ich wieder zurück nach Deutschland gekommen und habe als Executive Assistant des Management Teams bei Coatings, Adhesives & Specialties (CAS), jetzt Coatings & Adhesives (CA),, die nächsten Jahre gearbeitet.

Nach meiner ersten Elternzeit bin ich 2019 in den Bereich Globales Produktmanagement & Strategie bei Specialty Films Covestro gegangen. Gerade nachdem mein Team und ich von Leverkusen nach Dormagen gezogen sind, ging die Corona-Pandemie los. Das hat uns als Team im Unternehmen aber auch meine Familie und mich privat vor viele Herausforderungen gestellt. Diese konnten wir zum Glück alle gemeinsam meistern und uns auf das Arbeiten von Zuhause einstellen. Gerade bin ich ganz frisch zurück aus meiner zweiten Elternzeit und habe Anfang April als Head of Center of Excellence im Bereich Supply Chain & Logistics EMLA angefangen.

Du hast bereits verschiedene Positionen kennengelernt – welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede hast du erlebt?

In all meinen Positionen war es wichtig, strategisch zu denken und einen Überblick zu behalten, auch wenn mal viele Prozesse gleichzeitig laufen. Ich stand dabei regelmäßig im ehrlichen Austausch mit meinen direkten Vorgesetzten und Kolleginnen und Kollegen. So habe ich gelernt, wie Management-Strukturen und strategische Denkweisen im Unternehmen funktionieren und wie man diese dann pragmatisch im Team umsetzen kann. Auch die Kommunikation der Prozesse an Mitarbeitende und Projektteams ist extrem wichtig, es geht nicht nur darum, fachliche Informationen weiterzuleiten, sondern auch darum, die menschlichen Bedürfnisse der Teammitglieder ernst zu nehmen.

Der größte Unterschied war sicherlich die Breite von Projekten, die ich im Außendienst betreut habe, in dem ich für kleine Familienbetriebe und das US-Geschäft von Großkunden verantwortlich war. Die Denkweisen dieser beiden Firmenarten sind völlig unterschiedlich. Als Kundenberater muss man sie erst einmal kennen und verstehen lernen. Mein Kundenverständnis ist daran enorm gewachsen und hat mir auch danach noch in vielen Situationen geholfen, mich in andere Personen und deren Perspektiven hineinversetzen zu können.

Einige Bereiche von Supply Chain & Logistics sind im Regelfall männerdominiert– wie kommst du als Frau damit zurecht?

Unser Leitungsteam ist sehr ausgeglichen aufgestellt, im Management Team herrscht also durchaus Diversität. Aber in Projektteams oder Themen-spezifischen Meetings kommt es durchaus vor, dass ich als einzige Frau mit am Tisch sitze.

Das Wichtigste in meinen Augen ist, dass man sich dadurch nicht von Inhalten ablenken lässt. Egal, mit wem ich zusammenarbeite, ich bin an Lösungsvorschlägen und Beiträgen eines jeden Einzelnen interessiert und erwarte diese offene Haltung auch von meinem Gegenüber. Ich kann allen Frauen nur mit auf den Weg geben, auch in männerdominierten Fachbereichen gut vorbereitet zu sein, selbstbewusst zu bleiben und das zu sagen, was man sich vorgenommen hat.

Gab es Schlüsselmomente in Deiner Karriere, die dich auf den Weg gebracht haben, auf dem Du jetzt bist?

Privat und beruflich war sicherlich der wichtigste Schritt für mich, zum MBA nach Singapur und dann in den Außendienst in die USA zu gehen. In solchen Momenten lernt man über sich selbst enorm viel, man setzt sich einer anderen Kultur, Sprache und Arbeitsweise aus. Interessant war es auch zu sehen, mit welchem Selbstverständnis einige amerikanische Kolleginnen kurz nach der Geburt ihrer Kinder wieder in Vollzeit arbeiten gehen. Diese anderen Arbeitsnormen kennen zu lernen, hat mich sehr geprägt und ich kann es jeder Person, die die Möglichkeit bekommt, einen Auslandsaufenthalt zu machen, sehr empfehlen.

Welche erlangten Kompetenzen (fachlich oder sozial) haben dir am meisten geholfen?

Wichtig in meinem Berufsfeld ist es, ein Gespür dafür zu haben, was Mitarbeitende und Teile der Organisation brauchen und die richtigen Seiten dann so zusammenzubringen, dass sie sich gegenseitig helfen können. Genauso wichtig ist es, komplexe Prozesse und Situationen pragmatisch anzugehen und nicht noch komplizierter zu machen. Insgesamt empfinde ich es als sehr wichtig, offen und ohne Vorurteile auf Leute zugehen zu können und nicht anzunehmen, was das Gegenüber denkt, sondern einfach zu fragen.

Wie hat dich Covestro bisher in deinem Werdegang unterstützt?

Die Organisation hat mich in zweierlei Art bisher sehr unterstützt: Einmal hat sie an mich geglaubt, es mir ermöglicht, im Außendienst zu arbeiten, was ich selber gar nicht in Betracht gezogen hatte. Dieses Vertrauen hat mich damals sehr motiviert, gute Arbeit zu leisten und mir auch selbst mehr zuzutrauen. Zum Zweiten konnte ich in den USA an einem Orientation Center teilnehmen, das mir verschiedene Entwicklungsschritte aufgezeigt hat, mir bei der Formulierung eines Zieles geholfen hat und an das ich bis jetzt gerne zurück denke.

Das hat mir auch immer geholfen, innerhalb der Teams ehrliches Feedback zu bekommen. So wusste ich stets, wo ich stand und konnte Verhalten gezielt ändern oder weiterentwickeln. Andersherum habe auch ich stets ehrliches Feedback gegeben und schätze die Konstruktivität, mit der Covestro damit umgeht.