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Wie sieht der Arbeitsmarkt für Ingenieure 2020 aus?

Deine Aussichten nach dem ingenieurwissenschaftlichen Studium

Von Leila Weltersbach

 

 

Man spricht 2020 zwar nicht mehr vom "Fachkräftemangel" oder "Ingenieurmangel", wie noch vor ein paar Jahren, aber die Zahl der offenen Stellen zeigt bereits, dass Ihr als Ingenieure gute Chancen habt, einen passenden Job zu finden. Besonders in der Fahrzeugtechnik, Automatisierungstechnik, Energietechnik, Elektrotechnik und im Bauingenieurwesen fehlt es im Moment an Ingenieuren – aber auch in allen anderen Ingenieurdisziplinen werden mehr Spezialisten benötigt als vorhanden sind: Auf einen arbeitslosen Ingenieur kommen je nach Berufsfeld und Branche bis zu 6 offene Stellen. 

In der Gesamtbetrachtung bietet der Arbeitsmarkt für Ingenieure gute Karrierechancen und hat mit 2,5 % eine extrem niedrige Arbeitslosenquote. Die Nachfrage der Unternehmen an Fachkräften ist groß und die Anzahl an Beschäftigten im Ingenieurwesen steigt von Jahr zu Jahr an. Neue Arbeitsplätze bringen Trends wie

  • Industrie 4.0,
  • umweltfreundliche Technologien,
  • Erneuerbare Energien,
  • KI,
  • autonomes Fahren,
  • Robotik,
  • sowie neue Recycling-Systeme.

Anmerkung der Redaktion: In diesem Artikel haben wir die Entwicklung am Ingenieur-Arbeitsmarkt zum Jahresbeginn 2020 mit Studien aus dem Januar und Februar betrachtet. Aktuell ist es noch nicht absehbar, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie im Laufe der nächsten Monate auf den Ingenieur-Arbeitsmarkt haben wird. Wir bleiben dran und halten Euch zu den neuesten Entwicklungen, Trends, Studien und Prognosen auf dem Laufenden!

Wirtschaftslage

Deutschland ist eine Industrienation. Die deutsche Maschinenbaubranche gehört zu den Top 3 weltweit und unsere Automobilindustrie ist mit einem Jahresumsatz von 426 Milliarden Euro Weltmeister. Besonders die Elektroindustrie vergrößert sich rasant. Laut dem Verband der Elektrotechnik werden in den nächsten 10 Jahren 100.000 zusätzliche Elektroingenieure benötigt. Das liegt vor allem an Megatrends, die sich gegenseitig ergänzen, wie der zunehmenden Digitalisierung im Bereich des Maschinenbaus, Smart Grid und der Industrie 4.0. Zur Zeit gibt es ca. 890.000 Beschäftigte in der Elektroindustrie. Auch der Arbeitsmarkt für Ingenieure im Maschinen- und Anlagenbau bietet weiterhin gute Karriereperspektiven. Im Jahr 2018 gab es etwa 130.000 Maschinenbauingenieure, was einem Wachstum von 11 % seit 2014 entspricht.

Insgesamt stehen die Aussichten gut, dass das traditionsreiche Ingenieurwesen auch in Zukunft deutschlands industrieller "Antrieb" bleibt – vorausgesetzt, der digitale Wandel wird smart gestaltet und branchenübergreifend vorangetrieben. Obwohl in einigen großen Branchen wie etwa der Automobilindustrie und der Elektrotechnik im Jahr 2019 weniger Aufträge als in den Vorjahren eingegangen sind, entwickeln sich die Einstiegsgehälter von Ingenieuren dank des generell hohen Auftragsniveaus positiv. Aktuell verdienen Ingenieure bei ihrem Berufseinstieg im Durchschnitt 46.600 € im Jahr. Vor allem die Automobilindustrie und die Chemische Industrie bieten überdurchschnittliche Einstiegsgehälter für Ingenieure. In welcher Branche und in welchem Beruf Du wieviel verdienen kannst, siehst Du in unserer Statistik.

Berufsaussichten

Deine Aussichten als Absolvent eines ingenieurwissenschaftlichen Studiengangs sind insgesamt gut. Du hast im Branchenvergleich einen überdurchschnittlich gut bezahlten und weitestgehend sicheren Job. Du kannst mit dem entsprechenden Einsatz und der Bereitschaft zur ständigen Weiterentwicklung Deiner Kenntnisse und Fähigkeiten karrieretechnisch ordentlich durchstarten. Gut ausgebildete Fachkräfte werden im Ingenieurwesen im Vergleich zu anderen Branchen am dringendsten gesucht. Experten auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure fehlen

Die meisten freien Arbeitsstellen gibt es – schon wegen der Größe des jeweiligen Fachbereichs – im Maschinenbau, der Elektrotechnik und dem Bauwesen. Gerade im Bauingenieurwesen hast Du aktuell die besten Chancen auf einen Job, da durch Trends wie etwa Smart Cities die Anzahl der freien Stellen wächst, während die Anzahl an Absolventen rückläufig ist. Vor allem für den Brückenbau in nahezu allen Bundesländern werden dringend Bauingenieure gesucht. Insgesamt gibt es im Monatsdurchschnitt rund 80.500 offene Stellen für Ingenieure. Die meisten offenen Jobs gibt es in Bayern, Baden-Württemberg und NRW.

Fazit

Um das Jahr 2010 wurde immer wieder ein "Ingenieurmangel" beschworen. Die Befürchtung, dass es in einigen Jahren hunderttausende, fehlende Fachkräfte im Ingenieurwesen geben würde, trat jedoch nicht ein. Durch Zuwanderung und vor allem den zunehmenden Trend zum Ingenieur-Studium entspannt sich der Arbeitsmarkt für Ingenieure im Moment. Der Bedarf an Ingenieuren fällt je nach Branche und Spezialisierungsgrad sehr unterschiedlich aus und ist teilweise durchaus dringend.

Echte Nachwuchsprobleme haben das Bauwesen, die Forschung und teilweise auch die produzierende Industrie, wo jedes Jahr viele Stellen unbesetzt bleiben. Durchschnittlich kommen zwei offene Stellen auf einen arbeitslosen Ingenieur, was ein sehr guter Schnitt ist und schon zeigt: Wenn Ihr nicht etwa an eine bestimmte Region gebunden seid, könnt Ihr vergleichsweise schnell einen Job finden. In einzelnen Bereichen wie der Chemischen Industrie, der Automobilbranche und der Luft- und Raumfahrtindustrie lässt sich teilweise noch immer von einem Fachkräftemangel sprechen, aber nur weil Ingenieure mit besonders spezifischen Fähigkeiten gesucht werden. Einen flächendeckenden Mangel an Ingenieuren gibt es in Deutschland jedoch nicht mehr.

Aktuell stehen die Chancen gut, eine passende Arbeitsstelle als Ingenieur zu finden. Vor allem neue Branchen wie die Robotik, erneuerbare Energien oder elektrische Antriebe bieten Dir innovative Arbeitsplätze auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure. Die traditionellen Branchen wie Maschinenbau und Elektrotechnik erfinden sich gerade neu, was Dir ebenfalls eine große Auswahl an interessanten Stellen und neuen Arbeitgebern bietet.

Quellen:

  • Blickpunkt Arbeitsmarkt 2019; Bundesagentur für Arbeit
  • Ingenieurmonitor 2019, Quartal III; Institut der deutschen Wirtschaft e.V.
kurz gesagt:
  • Auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure herrscht zwar kein sogenannter Ingenieurmangel mehr, aber es fehlt eine große Anzahl an Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen.
  • Die Ingenieur-Gehälter entwickeln sich positiv und auch die Anzahl an freien Stellen wächst –  besonders stark im Bauingenieurwesen. 
  • Durch Trends wie KI oder die Erneuerbaren Energien entstehen zusätzlich ständig neue Arbeitsplätze für Ingenieur-Absolventen.

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