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Wie sieht der Arbeitsmarkt für Ingenieure 2018 aus?

Deine Aussichten nach dem ingenieurwissenschaftlichen Studium

Von Leila Weltersbach

 

 

    Daten & Fakten

    Als Ingenieur bist Du sehr gefragt! Im gesamten Ingenieurwesen gab es 2017 mehr als 81.000 freie Stellen. Aktuell gibt es knapp 16.400 freie Arbeitsplätze in der Energie- und Elektrotechnik, 17.400 im Maschinen- und Anlagenbau und sogar 30.700 freie Stellen im Bauingenieurwesen. Man spricht 2018 nicht mehr vom "Fachkräftemangel" oder "Ingenieurmangel", wie noch vor ein paar Jahren. Aber es werden vor allem Ingenieure aus speziellen Fachrichtungen dringender benötigt als je zuvor. Die rasend wachsende Digitalisierung, die erneuerbaren Energien und Trends wie die Künstliche Intelligenz erfordern Spezialisten auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure. Der Bedarf an Experten stieg im letzten Jahr in allen Branchen an. Am meisten in der Elektroindustrie mit 13 % und bei den Wirtschafts- und Bauingenieuren jeweils um 16 %. Sogar im Maschinen- und Fahrzeugbau werden 10 % mehr Ingenieure gesucht als im Vorjahr.

    In der Gesamtbetrachtung bietet der Arbeitsmarkt für Ingenieure gute Karrierechancen und hat mit 2,5 % eine extrem niedrige Arbeitslosenquote. Die Nachfrage der Unternehmen an Fachkräften ist groß und die Anzahl an Beschäftigten im Ingenieurwesen steigt von Jahr zu Jahr an. Neue Arbeitsplätze bringen Trends wie

    • Industrie 4.0,
    • umweltfreundliche Technologien,
    • Erneuerbare Energien,
    • KI,
    • autonomes Fahren,
    • Robotik,
    • sowie neue Recycling-Systeme.

    Wirtschaftslage

    Deutschland ist eine Industrienation. Die deutsche Maschinenbaubranche gehört zu den Top 3 weltweit und unsere Automobilindustrie ist mit einem Jahresumsatz von 404 Milliarden Euro Weltmeister. Besonders die Elektroindustrie vergrößert sich rasant. Laut dem Verband der Elektrotechnik werden in den nächsten 10 Jahren 100.000 zusätzliche Elektroingenieure benötigt. Das liegt vor allem an Megatrends, die sich gegenseitig ergänzen, wie der zunehmenden Digitalisierung im Bereich des Maschinenbaus, Smart Grid und der Industrie 4.0. Zur Zeit gibt es ca. 847.000 Beschäftigte in der Elektroindustrie. Auch der Arbeitsmarkt für Ingenieure im Maschinen- und Anlagenbau bietet weiterhin gute Karriereperspektiven. Im Jahr 2016 gab es etwa 191.000 Maschinenbauingenieure, was einem Wachstum von 4 % seit 2013 entspricht.

    Insgesamt stehen die Aussichten gut, dass das traditionsreiche Ingenieurwesen auch in Zukunft deutschlands industrieller "Antrieb" bleibt – vorausgesetzt, der digitale Wandel wird smart gestaltet und branchenübergreifend vorangetrieben. Dadurch, dass der Umsatz in den großen Branchen wie der Automobilindustrie und im Maschinenbau ansteigt, entwickeln sich auch die Einstiegsgehälter von Ingenieuren positiv. Aktuell verdienen Ingenieure bei ihrem Berufseinstieg im Durchschnitt 45.500 € im Jahr. Vor allem die Automobilindustrie und die Chemische Industrie bieten überdurchschnittliche Einstiegsgehälter für Ingenieure. In welcher Branche und in welchem Beruf Du wieviel verdienen kannst, siehst Du in unserer Statistik.

    Berufsaussichten

    Deine Aussichten als Absolvent eines ingenieurwissenschaftlichen Studiengangs sind insgesamt gut. Du hast im Branchenvergleich einen überdurchschnittlich gut bezahlten sowie weitestgehend sicheren Job. Du kannst mit dem entsprechenden Einsatz und der Bereitschaft zur ständigen Weiterentwicklung karrieretechnisch durchstarten. Gut ausgebildete Fachkräfte werden im Ingenieurwesen im Vergleich zu anderen Branchen am dringendsten gesucht. Experten auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure fehlen

    • in der Automatisierungstechnik,
    • im Bauingenieurwesen,
    • in der Versorgungstechnik,
    • in der Elektroindustrie,
    • im Maschinen- und Anlagenbau,
    • in der Fahrzeugindustrie,
    • sowie in der Metall- und Schweißtechnik.

    Die meisten freien Arbeitsstellen gibt es im Maschinenbau, der Elektrotechnik und der Produktion, gefolgt vom Bereich der Informationstechnik und dem Bauwesen. Im Bauwesen hast Du aktuell die besten Chancen, da die Anzahl der freien Stellen wächst, während die Anzahl an Absolventen rückläufig ist. Zählt man die Vermessung und die Gebäudetechnik dazu, fehlen im Bauwesen etwa 25.000 Ingenieure. Vor allem für den Brückenbau in nahezu allen Bundesländern werden dringend Bauingenieure gesucht. Insgesamt ist die Anzahl der offenen Stellen im Ingenieurwesen laut dem Institut für Wirtschaft im Vergleich zum letzten Jahr um knapp 11 % gestiegen. Die meisten freien Stellen gibt es in Baden-Württemberg, NRW und Bayern.

    Fazit

    Um das Jahr 2010 wurde immer wieder ein "Fachkräftemangel" oder auch "Ingenieurmangel" beschworen. Die Befürchtung, dass es in einigen Jahren hunderttausende, fehlende Fachkräfte im Ingenieurwesen geben würde, trat jedoch nicht ein. Beispielsweise fehlten 2014 "nur" 80.000 Ingenieure anstatt der erwarteten 220.000. Durch Zuwanderung und vor allem den zunehmenden Trend zum Ingenieur-Studium entspannt sich der Arbeitsmarkt für Ingenieure. Der Bedarf an Ingenieuren fällt je nach Branche und Spezialisierungsgrad sehr unterschiedlich aus und ist teilweise durchaus dringend.

    Echte Nachwuchsprobleme haben das Bauwesen, die Forschung und teilweise auch die produzierende Industrie, wo jedes Jahr viele Stellen unbesetzt bleiben. Durchschnittlich kommen zwei offene Stellen auf einen arbeitslosen Ingenieur, was ein sehr guter Schnitt ist. In einzelnen Bereichen wie der Chemischen Industrie, der Automobilbranche und der Luft- und Raumfahrtindustrie lässt sich teilweise von einem Fachkräftemangel sprechen, aber nur weil Ingenieure mit besonders spezifischen Fähigkeiten gesucht werden. Einen flächendeckenden Mangel an Ingenieuren gibt es in Deutschland jedoch nicht.

    Aktuell stehen die Chancen gut, eine passende Arbeitsstelle als Ingenieur zu finden. Vor allem neue Branchen wie die Robotik oder erneuerbare Energien bieten Dir innovative Arbeitsplätze auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure. Die traditionellen Branchen wie Maschinenbau und Elektrotechnik erfinden sich gerade neu, was Dir ebenfalls eine große Auswahl an interessanten Stellen und neuen Arbeitgebern bietet.

    Kurz gesagt:
    • Auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure herrscht kein sogenannter Ingenieurmangel mehr, aber es fehlt eine große Anzahl an Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen.
    • Die Ingenieur-Gehälter entwickeln sich positiv und auch die Anzahl an freien Stellen wächst. Besonders im Bauingenieurwesen und der Elektrotechnik.
    • Durch Trends wie KI oder die Erneuerbaren Energien entstehen zusätzlich andauernd neue Arbeitsplätze für Ingenieur-Absolventen.
     
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